Ganz zuletzt ……

wenn Wohn- und Gewerbegebiete sowie Straßenbauten die letzten Äcker und Wiesen vollends unter sich begraben haben (vielleicht mit der Ausnahme von ein paar letzten Gartenbau-Vorzeigeflächen in der sog. „Breite“ zwischen Pliensauvorstadt und Esslingen-Weil),

wenn also der scheibchenweise Verbrauch von Freiflächen mangels Masse einfach zu einem Ende gekommen ist,

weil auch die raffiniertesten Wachstumsstrategen und „Stadtentwickler“, selbst mit allerneuesten, ganz speziell für Esslingen entwickelten und hochinnovativen „wissenschaftlichen“ Rechtfertigungsmethoden, aus dem vormaligen „Flächenpool“ dieser Stadt (aus dem sie sich zuvor jahrzehntelang so großzügig bedient hatten),
für eine weitere Bebauung nichts mehr hervorzaubern können, noch nicht einmal mit toll bunten Bildchen dieser Art:

Farbplot der Windrichtungen im Plangebiet Greut, simuliert auf der Basis von Laserscannerdaten, vermutlich ohne Bebauung. Quelle: Fa. Klärle – Gesellschaft für Landmanagement und Umwelt mbH, s. http://www.esslingen.de/site/Esslingen-Internet-2016/get/params_E366060245/13427631/Klaerle%20Ueberblick%20Durchl%C3%BCftungsgutachten.pdf, zuletzt aufgerufen am 11.01.2017.

[Windrichtungen im Plangebiet Greut, simuliert auf der Basis von Laserscannerdaten, vermutlich ohne Bebauung. Quelle: Fa. Klärle – Gesellschaft für Landmanagement und Umwelt mbH, s. http://www.esslingen.de/site/Esslingen-Internet-2016/get/params_E366060245/13427631/Klaerle%20Ueberblick%20Durchl%C3%BCftungsgutachten.pdf, zuletzt aufgerufen am 11.01.2017]

weil auch die letzten „Baulücken“ schon vom Stadtplan getilgt sind und eine permanente „Außenentwicklung“ alle irgendwie bebaubaren Flächen bereits vernutzt und verbraucht hat, bis hin zu den (selbst laut stadtamtlichen Gebietssteckbriefen „problematischen“!) „Nachrückerflächen“,

weil also die Pralinenschachtel mit dieser vom Stadtplanungsamt kunstvoll aufgedruckten Beschriftung „Flächenpool“ nun in einer einzigen OB-Ära (!) endgültig leergefressen wurde,

wenn dann die gegenüber 2016 noch deutlich angestiegenen Infrastrukturkosten (für zusätzliche Verkehrswege, Kanalisation usw.) nicht mehr wie immer zuvor durch weiteres Wachstum bedient werden können, und deshalb der städtische Haushalt vollends in der Krise ist und man immer mehr von der Substanz lebt,

wenn dafür aber der Großstadtlärm und der aus dem Ruder laufende Verkehr den EsslingerInnen bei Tag und bei Nacht ein Gefühl von Enge und Stress vermittelt,

wenn die Luftqualität in der Innenstadt den Kindern, den Alten und Kranken immer mal wieder große Probleme macht,

wenn die Angst umgeht, dass im Fall von Hitzetagen oder gar eines Hitzesommers unter denen, die der stehenden Schwüle im Tal nicht entfliehen können, Menschenleben bedroht wären,

wenn es auf der Esslinger Gemarkung auch nirgendwo mehr das Erlebnis „Nacht“ (mit Dunkelheit und Stille) gibt,

wenn dann alle Lebensmittel (genauso wie bereits seit langem das Trinkwasser) aufwendig aus der Ferne herbeigeschafft werden müssen,

wenn im Gegenzug die Kinder für Sport, Spiel und Abenteuer weit weg gefahren werden müssen,

wenn dann also insgesamt von einem harmonischen Ineinander und Miteinander der Lebensbereiche Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit-Verbringen und Erholen überhaupt nicht mehr die Rede sein kann,

wenn daher die latente Gesundheitsbedrohung, der Dichtestress und das anonyme Großstadtleben viele Menschen unruhig, ängstlich und abweisend gemacht hat,

wenn vollends klargeworden ist, dass das Gerede von

„ergebnisoffenem Bürgerdialog zur Stadtentwicklung“

und stadtamtliche Phrasen wie

„kontinuierliche Optimierung der Lebensqualität in der Stadt mit besonderer Beachtung von Durchlüftung, Durchgrünung, Anpassung an den Klimawandel etc.“
[ … s. u.a. Pressemitteilung der Stadtverwaltung Esslingen Nr. 0274 vom 24.06.2015]

nur

beschwichtigende Begleitformeln zu einer von OB Dr. Zieger, BM Wallbrecht  und Amtsleiter Fluhrer sowie ihren Unterstützern felsenfest vorgegebenen Politik eines permanenten Siedlungswachstums

waren,

dann werden vielleicht einige bemerken, dass Esslingen kein guter Platz mehr zum Leben ist, und schon gar kein Platz zum Kinderaufziehen,

und dass es keine „Spielräume“ und keine Großzügigkeit mehr für die Menschen gibt, keine Oasen fürs Durchatmen und Erholen, und nur noch ein paar allerkleinste “Naturflächen“ mit Feigenblattfunktion, aber ohne ökologischen Wert,

und dass man, entgegen den vorherigen Verheißungen der Verantwortlichen, den demographischen Wandel doch nicht dauerhaft aufhalten konnte,

und dass die Sprecher der „Wirtschaft“ immer noch nicht befriedigt sind, sondern Erweiterungsflächen anmahnen,

und dass weiterhin Menschen für sich nach „bezahlbarem Wohnraum“ hier in Esslingen verlangen,

und dann wird man auch bemerken,

dass man also in falschem Glauben einer Illusion von ewigem Wachstum und daraus sich ergebendem „Wohlstand“ nachgefolgt ist und dabei unser Wertvollstes, nämlich den ererbten Stadt- und Landschaftsraum, unwiederbringlich hingeopfert hat,

dass die „civitas esslingensis“, also die uns von unseren geschichtlichen Vorgängerinnen und Vorgängern übergebene Stadt Esslingen, in ihrem ursprünglichen Wesen, in ihrem gewachsenen harmonischen Gefüge, zerstört ist,

und dass das alles trotzdem nicht die verhießene Lösung der kommunalpolitischen Probleme gebracht hat,

und dass es aber kein Zurück mehr gibt !