Hinweis auf Sendungen in der arte-Mediathek

Aktualisiert 13.07.2017

In Esslingen arbeiten die Verwaltungsspitze und die Mehrheit des Gemeinderates im Zuge der „Neuen Baupolitik“ seit 1998 ganz eindimensional in Richtung „Verdichtung und Wachstum“, das bedeutet also eine zunehmende „Tokyiotisierung“ dieser über mehr als ein Jahrtausend gewachsenen (und mittlerweile „ausgewachsenen“) Stadt.

Wirtschaftliche Interessen standen in der Esslinger „Kommunalpolitik“ weit im Vordergrund, sozialer Wohnungsbau wurde vernachlässigt, Ökologie und Nachhaltigkeit wurden als unvermeidliche Zeitgeist-Vokabeln zwar ständig im Munde geführt, mussten letztlich aber immer zurücktreten, sobald andere Interessen dem entgegenstanden.

In denjenigen Metropolen, die einen solchen extremistischen Wachstums- und Verdichtungsprozess schon früher durchlaufen haben, denkt man mittlerweile schon wieder ganz anders – und zwar aus bitterer Notwendigkeit heraus. Nur beispielhaft ein Zitat aus dem Beschreibungstext zu einer der u.g. Sendungen: “ … so musste Paris 2003 die höchste Sterberate in den Stadtvierteln verzeichnen, in denen es kaum Bäume gab, die Schatten spenden und für niedrigere Temperaturen sorgen konnten.“

Zweites Beispiel: „Tokio, eine der größten Städte der Welt, die ihre Naturräume auf dem Altar des Fortschritts geopfert hat, ist im Wandel begriffen. Heute denkt die Metropole über ein alternatives Entwicklungs- und Stadtmodell nach. … Tokio möchte nun an seine Vergangenheit anknüpfen, um sich neu zu erfinden. Heute ist es ein zentrales Anliegen, wieder mehr Natur in die Stadt zurückzubringen: Stadtplaner, Wissenschaftler, Gartenkünstler und Politiker arbeiten an der Entstehung einer grünen Stadt. Tokio soll eine „Smart City“ mit vielen Parks und Grünflächen werden. …“

Dort, wo es moderne, professionelle Stadtplanung gibt (also nicht, so wie in der hiesigen Provinz, nur die verbissene Fortsetzung der Wachstums- und Verdichtungsideologien aus den 1970er-Jahren), hat also die Arbeit an nachhaltigen, zukunftsfähigen Strukturen längst begonnen.

Wer sich davon in der arte-Mediathek anhand von vier konkreten Beispielen (Rio de Janeiro, Paris, New York, Tokyo) ein sehr eindrückliches Bild machen wollte, hatte dazu leider nur Zeit bis zum 29. Juni 2017.